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Ausblick 2020: Demokratie braucht Medienbildung

Das Jahr 2019 war für edmedien geprägt von vielfältigen Projekten, die einen Beitrag zu einem kritischen, kreativen und selbstbestimmten Umgang mit neuen Medien geleistet haben.

So haben die SAEK neben Knowhow zum Thema Medien auch kritische Debatten über aktuelle mediale Entwicklungen in die sächsischen Regionen gebracht. Beispielsweise konnte die Frage “Werden die Wahlen im Netz entschieden?” im Rahmen von gemeinsamen Veranstaltungen mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung an insgesamt sieben Orten in Sachsen diskutiert werden.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Fortbildung von pädagogischen Fachkräften in Sachsen. Beispielhaft dafür steht die Qualifizierungsreihe “Medien mit Mehrwert in der Erwachsenenbildung”, die edmedien für den Sächsischen Volkshochschulverband entwickelt und  umgesetzt hat.

Vieles war auch nur möglich durch die Zusammenarbeit ganz unterschiedlicher medienpädagogischer Akteur*innen aus Sachsen. Ein Highlight und Musterbeispiel für vernetztes Arbeiten war dabei das Medienpädagogik Praxis Camp, das 2019 erstmals in Leipzig stattfand.

Wir möchten uns bei allen Partnern, Teilnehmenden, Auftraggebern, Dozentinnen und Dozenten sowie Unterstützerinnen und Unterstützern ganz herzlich für das Vertrauen und die Zusammenarbeit bedanken. Gemeinsam konnten wir viel bewegen!

Neue Impulse für die Medienbildung in Sachsen

Beim Rückblick auf das Jahr 2019 ist festzuhalten, dass sich auch auf politisch-administrativer Ebene in den vergangenen Monaten einiges getan hat in Sachsen. Die Landesstrategie für außerschulische Medienbildung (MESA) wurde verabschiedet und eine Koordinierungsstelle Medienbildung (KSM) eingerichtet. Wir freuen uns, dass wir diese Prozesse kritisch-konstruktiv begleiten durften. Und natürlich ist der DigitalPakt Schule gestartet, mit dem die technischen Voraussetzungen für eine moderne Medienbildung im schulischen Bereich geschaffen werden sollen. Schließlich sei darauf hingewiesen, dass auch der von den Regierungsparteien ausgehandelte Koalitionsvertrag den ein oder anderen Impuls für die Medienbildung im Freistaat enthält.

Moderne Medienbildung für eine demokratische Gesellschaft

2019 hat uns aber auch einmal mehr gezeigt, dass Digitale Souveränität und Mündigkeit als Ziel von Medienbildung wichtiger sind denn je. Die rasant fortschreitenden Mediatisierungs- und Digitalisierungsprozesse der vergangenen Jahre sind der Treiber für tiefgreifende Veränderungen in unserer Gesellschaft. Medien wirken heute in alle Alltags- und Lebensbereiche hinein, gestalten deren Strukturen mit und beeinflussen das Denken und Handeln von Menschen (1).  Zudem fordert der Einsatz von datenbasierten Technologien unsere Souveränität, Selbstbestimmung und Freiheit heraus (2).
Unter diesen Voraussetzungen muss sich eine zeitgemäße Medienbildung an Menschen aller Altersgruppen richten sowie an einem ganzheitlichen Bildungsideal orientieren. Dieses Bildungsideal umfasst weit mehr als technologische bzw. strukturelle Grundkenntnisse und instrumentelle Fähigkeiten. Es umfasst vor allem soziale, ethische und kreative Aspekte. Zielstellung von Medienbildung muss letztlich die wertorientierte Befähigung zu Mündigkeit und Teilhabe an der Gesellschaft im digitalen Zeitalter sein. Dies setzt die Schaffung eines kritischen Bewusstseins voraus sowie die die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen Handels und die Kritik an aktuellen Entwicklungen (3). Die (digitale) Souveränität wird damit zu einem zentralen Begriff.

Mit diesem Selbstverständnis und diesen Idealen wollen wir auch das Jahr 2020 gestalten. Thematisch soll unter anderem “Gaming als gesellschaftliches Phänomen” im Fokus stehen und wir werden uns intensiv mit aktuellen Entwicklungen und Implikationen des Themas Künstliche Intelligenz beschäftigen. Und, ganz nebenbei bemerkt, auch die Internetpräsenz von edmedien wird einen neuen Anstrich bekommen.

Wir freuen uns auf viele neue Impulse, Ideen und Projekte!

Quellen:

(1) GMK, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur: Medienbildung für alle (Positionspapier)

(2) Gapski, Harald (Hrsg.): Big Data und Medienbildung – Zwischen Kontrollverlust, Selbstverteidigung und Souveränität in der digitalen Welt.

(3) Keine Bildung ohne Medien: Medienpädagogisches Manifest, Addendum 2019